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  • Willkommen zu unserem Onlinetool „Kulturschocks an der Hochschule“. Dieses Online-Tool wurde für Studierende, Lehrende und MitarbeiterInnen von Hochschulen entwickelt, die auf die eine oder andere Weise mit internationaler Studierendenmobilität zu tun haben: für Studierende, die einen Auslandsaufenthalt planen, und für MitarbeiterInnen, die Studierende willkommen heißen oder auf eine solche Erfahrung vorbereiten.  Das Online-Tool kann als eigenständiges Tool verwendet werden oder als Inspiration für Workshops zur Vorbereitung oder Nachbereitung eines Auslandsaufenthalts. Das Tool wurde vom Team des SOLVINC Erasmus+-Projekts erstellt.

     

    Kritische Ereignisse in der Hochschulbildung?

    Viele Studierende erleben den Besuch der Universität als eine Reihe von Kulturschocks, insbesondere jene Studierende, deren Eltern selbst keinen Hochschulabschluss haben, die zu einer kulturellen Minderheit gehören oder die vom Land kommen, etc. Das Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden, ein anderer Lehr- und Lernansatz, Disziplin und Wissen können die Ursache von Überraschungen und Spannungen sein.

    Kulturschocks können grundsätzlich jeden betreffen, aber hier konzentrieren wir und auf einen etwas spezifischeren Anwendungsbereich: Wir konzentrieren uns auf Kulturschocks, die sich aus der internationalen Studierendenmobilität ergeben, d.h. aus Erfahrungen von Studierenden, die im Ausland studieren und damit mit Herausforderungen unterschiedlicher nationaler Kulturen konfrontiert sind.

     

    Warum sich auf „Kulturschocks“ konzentrieren?

    Das Konzept des „Kulturschocks“ mag zunächst dramatisch klingen. Wir könnten uns sogar gezwungen fühlen, die Idee ganz abzulehnen, da es den Eindruck erwecken könnte, dass wir kulturelle Unterschiede übertreiben oder verdinglichen und die Schuld für Konflikte auf die Menschen mit anderen kulturellen Hintergründen schieben. Im Gegensatz zu dieser Auffassung sehen wir den „Kulturschock“ oder ein „kritisches Ereignis“ als eine hervorragende Lernmöglichkeit. Tatsächlich werden bei Begegnungen von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen Normen und Verhaltensweisen sichtbar, die wir als „normal“ oder „natürlich“ hätten vermuten können. Kurz gesagt, Kritische Ereignisse helfen uns, uns der Illusion von kultureller Neutralität und Homogenität bewusst zu werden und uns hiervon zu befreien. Kritischer Ereignisse können Mechanismen der Unterdrückung und soziale Ungleichheiten sichtbar machen. Indem wir den Impact solcher Ereignisse rekonstruieren und durch einen Perspektivenwechsel zum jeweils „kulturell Anderen“ vollziehen, können wir dazu beitragen, gegen diese Ungleichheiten anzukämpfen.

     

     

    Was können wir aus kritischen Ereignissen anderer lernen?

    Die effektivste Lernerfahrung ergibt sich aus der Analyse von Kritischen Ereignissen, die wir erlebt haben. Wir können aber auch aus den Erfahrungen anderer Menschen lernen. Zunächst einmal, weil wir vielleicht ähnliche Kritische Ereignisse erlebt haben, bei denen dieselben kulturellen Werte, Normen oder Verhaltensweisen in Frage gestellt und bedroht wurden. Zweitens können wir durch die Lektüre der analysierten Kritischen Ereignisse unseren Denkweisen schulen, um die grundlegende Differenz zu begreifen: dass sich Normen, Werte und Verhaltensweisen der ErzählerInnen von denen der anderen Personen, die das Ereignis verursacht haben, unterscheiden. Keine Perspektive ist „realer“ oder „gerechter“ als die andere: Es handelt sind normalerweise um zwei alternative Möglichkeiten, die Welt zu begreifen und sie zu ordnen. Die Neugierde, beide Seiten eines Konflikts verstehen zu wollen, darf nicht mit kulturellem Relativismus oder einer Laissez-Faire Haltung verwechselt werden. Beide Seiten eines Konflikts zu verstehen, hilft meistens dabei, geeignete Handlungsstrategien zu entwickeln. Die Methode darf nicht dazu verwendet werden, um systemische Unterdrückung, Diskriminierung und Ungleichheiten zu manifestieren.

     

     

     

     

    Woher stammen die Kritischen Ereignisse?

    Die Ereignisse wurden partizipativ gemeinsam mit Studierenden und MitarbeiterInnen der folgenden Universitäten erhoben: Universität Wien (Österreich), Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Deutschland), Universidade do Porto (Portugal), Spoleczna Akademia Nauk (Polen) sowie an französischen Universitäten, die mit der Trainingsorganisation élan interculturel (Frankreich) zusammenarbeiten.

     

    Wie verwendet man das Onlinetool?

    Auf der Startseite finden sie sieben Bilder, die jeweils zu einer “sensitive zone“ im Kontext von Internationalisierung und Diversität an Hochschulen führen. Dort können Sie die analysierten Kritischen Ereignisse nachlesen, je nachdem welche Kategorie Sie interessiert. Wenn Sie auf „Vertiefung: Theorie“ klicken, dann erhalten Sie Hintergrundinformationen zu diesem Thema.

    Sie können auch die Suchfunktion rechts oben auf unserer Website verwenden. Sie können beispielsweise nach Ereignissen in einem bestimmten Land suchen (Österreich, Frankreich, Deutschland, Polen, Portugal) oder nach Ereignissen in einer bestimmten Situation (z.B. konkrete Unterrichtssituation, Pause, Mensa, etc.). Für weitere Informationen zu dieser Methode und Forschung, lesen Sie bitte den Reader „Kulturschocks an der Hochschule“.